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Fr. 27.09.2019, Hedda M.

The Chedi Luštica Bay Hotel, Luštica Bay

Montenegros neuer Hotspot

 

Montenegro ist nicht gerade ein Land der Superlative. Mit seinen 13.812 Quadratkilometern ist der Balkanstaat kleiner als meine Heimat Schleswig-Holstein, hat aber mit 630.000 Einwohnern nur ein Zehntel der Einwohner. Ausgerechnet in diesem Zwergstaat an der Adriaküste befindet sich seit 2011 eine der größten Baustellen des Kontinents: Lustica Bay.

 

Das Ferien-Resort im Süden Montenegros stellt alle bisherigen Investitionen in die Infrastruktur des Landes in den Schatten. Auf fast sieben Millionen Quadratmetern entsteht in der Bucht von Trašte, entlang der Halbinsel Luštica, eine der größten und exklusivsten touristischen Enklaven Europas: Sieben Hotels, darunter das The Chedi, von dem gleich die Rede sein wird, über 2000 Wohneinheiten – Häuser wie Appartements – verschiedene Geschäfte, zwei Marinas sowie ein 18-Loch-Golfplatz sind um die Bucht herum geplant – eine komplette Kleinstadt vom Reißbrett. Initiator und Investor ist der ägyptische Multimilliardär Samih Sawiris. Mit seinem Konzept The Chedi setzt er wie bereits im schweizerischen Andermatt neue Maßstäbe in der Luxushotellerie.

 

Mit dem Taxi durch Montenegro

 

Meine  Anreise ist etwas mühsam. Der Flug geht über Hamburg nach München, von dort nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Da holt uns ein ausnehmend attraktiver, dafür etwas sehr einsilbiger Taxifahrer ab. Auf dem Weg kann ich daher die herrliche Landschaft nahezu ungestört genießen: dunkle Bergkämme, die wie Scherenschnitte den Horizont zerteilen, davor das glitzernde Blau der Adria. Fast alle Gebäude, sowohl Einzelhäuser älteren Datums als auch modernere Plattenbauten, wirken vor dieser grandiosen Kulisse besonders trist. Putz und Farbe blättern, andere Bauten liegen schon hinter Bauzäunen in Schutt und Asche.

 

Dann erhebt sich urplötzlich eine Märchenwelt zu unserer Linken wie ein Trugbild. Zum ersten Mal spricht der Chauffeur: Das sei das Feriendorf Sveti Stefan. „Hier hat gerade David Beckham mit seiner Familie ein paar Tage Urlaub gemacht.“ Erreichbar sei das Luxuseiland nur über einen Damm, an der Schranke sei Schluss für das Fußvolk. „Wer kein Gast ist, darf da nicht rein.“ Er hätte im Café vor dem Wachtposten mal einen Kaffee getrunken: „Acht Euro und er schmeckte noch nicht einmal.“

 

Einlass nur für Befugte

 

Auch in Lustica Bay gibt es kein Durchkommen für Unbefugte: Die Schranke vor dem Resort, zu dem nur eine offizielle Straße führt, hebt sich nur für autorisierte Fahrzeuge. Danach sind auch wir in einer ganz eigenen Welt. Wir sehen Häuser im Stil alter Fischerdörfer, doch die sind brandneu. Um den Fassaden eine gewisse Authentizität und „Patina“ zu verleihen, wurden sie abwechselnd in vermeintlich typischen mediterranen Farben Gelb, Ocker, Weiß sowie in verschiedenen Rottönen gestrichen – es ist ein im wahrsten Sinne gigantischer Budenzauber, surreal und faszinierend zugleich.

 

Ein Gefühl von Urlaub und Geborgenheit

 

Mein Zimmer liegt in einem der „Serviced Appartements“, in der Häuserreihe oberhalb der Bay – Besitztümer der ersten Investoren, die sie außerhalb der Saison über das Management des The Chedi vermieten. An vielen Fenstern entlang der Straße kleben noch die Plastikfolien. Hat hier überhaupt schon mal jemand genächtigt? Mein Zimmer, ausgestattet mit einer Küchenzeile, Schlafsofa und Esstisch, riecht noch nach frischer Farbe, die Möbel scheinen gerade erst ausgepackt worden zu sein.

 

Steinfliesen, Holzmöbel und gedeckte, maritime Farben im Spektrum Blau-Weiß-Grau vermitteln trotz der etwas sterilen Atmosphäre sofort ein Gefühl von Urlaub und Geborgenheit. Das Highlight ist die fast ebenso große Terrasse mit weitem Blick über die Bay und die Marina bis zum The Chedi. Allerdings ist weit und breit kein Mensch zu sehen, weder auf den Terrassen unter und neben mir noch auf der Straße. In dem riesigen Appartmentkomplex bin ich, so scheint es, zurzeit die einzige Bewohnerin. Ziemlich spooky, wie in einem Science-Fiction Film, in dem die Menschheit ausradiert wurde oder in Höhlen vegetiert. Schnell zum Hotel, ich muss sofort unter Menschen.

 

Alle Materialien aus der Gegend

 

In der Lobby des The Chedi treffen wir kurz darauf unsere Gastgeberin Slavica. Zuerst macht sie uns mit den Fakten bekannt: Das Haus hat 111 Zimmer und Suiten, zwei Restaurants, mehrere Außenterrassen, einen Spa-Bereich, zwei Schwimmbäder und einen eigenen Strand. Dann erläutert sie das Einrichtungskonzept: Alle Materialien, von den Steinfliesen bis zu den Holzelementen, kämen aus der Umgebung. Die Möbel, vorrangig aus Holz oder gebogenem Metall, seien extra für das Haus gefertigt worden. „Wir arbeiten mit verschiedenen Designern, die jedes The Chedi im Kontext zu ihrer jeweiligen Umgebung gestalten.“

 

Das zeigt sich exemplarisch an einer Suite mit Dachterrasse: helle Steinfliesen, geklopft aus den umliegenden Bergen, darauf handgewebte Teppichinseln. Die eine liegt unter dem Essbereich, wo vier mit blau-grünem Leder bezogene Polstersessel auf gebogenen, massiven Holzfüßen um einen marmornen Tisch stehen. Auch der zweite Webteppich hat die verschiedenen Materialien und Farben der Umgebung aufgegriffen: die grau-weiße Struktur des Steinfußbodens, das darauf abgestimmte Grau der Möbelstoffe sowie das Blau von Meer und Himmel, das zu jeder Zeit durch die bodentiefen Fenster hineinwirkt. Die Symbiose zwischen Innen und Außen, kombiniert mit den edlen Materialien und den organisch geformten Möbeln, erzeugen ein kreatürliches Wohlgefühl.

 

Sozialer Hotspot

 

Beim Abendessen wird klar: Das 5-Sterne-Haus ist mehr als ein Luxushotel, es ist der soziale Hotspot und Anker dieser Monsterbaustelle und darüber hinaus ein wichtiger Treffpunkt für die Elite des Landes. An diesem Abend findet ein Event von „The Luxury Network“ im Ballsaal statt, zu dem Repräsentanten verschiedener Luxusmarken auch hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft des Landes geladen haben. Schöne Frauen in engen Kleidern posieren für Fotografen, morgen sind sie in der Zeitung. „Wir sind sehr gut gebucht, denn viele Touristen wollen auch außerhalb der Saison die Sehenswürdigkeiten erkunden“, sagt Slavica.

 

Ausflug nach Kotor

 

Das wollen wir auch. Wir fahren in das nahe gelegene Kotor. Die mittelalterliche Stadt an der gleichnamigen Bucht gilt als größte Touristenattraktion des Landes. Gerade hat ein Kreuzfahrtschiff angelegt, der anschließende Landgang der Gäste aber macht die Stadtführung zu einer Tortur. Kein Durchkommen, nirgends. Ada, unser Guide die selbst in Kotor wohnt, zeigt uns kurz die Sankt-Tryphon-Kathedrale ('Sveti Trifun') im Stadtzentrum und die ehemaligen Verteidigungsanlagen um die Festung, die sich bis zum Berg San Giovanni hinaufziehen. Die Stadt ist ein Traumziel für historisch Interessierte und nicht umsonst seit 1979 Teil des UNESCO-Weltkultur- und Naturerbes. Aber wir müssen die Stadtführung verschieben auf einen Tag, wenn kein Feriendampfer in der Bucht ankert.

 

Nach dem Lunch in einem Hafenlokal folgt das Highlight des Tages: Die Speedboot-Tour durch die Bucht (Boka) von Kotor. Wir preschen durch das fjordähnliche Gewässer, umarmt von majestätischen, dicht bewaldeten Gebirgszügen, an deren Fuß sich in Ufernähe weißgetünchte Fischerdörfer mit roten Dächern schmiegen. Die Bucht von Kotor zähle zu den schönsten der Welt, wie Slavica stolz betont. Schon der englische Dichter Lord Byron hätte die Küste Montenegros als die „schönste Begegnung zwischen Land und Meer“ beschrieben. Wir sind also im Herzen einer der eindrucksvollsten Landschaften Europas.

 

Besuch der Insel Gospa od Škrpjela 

 

Wir steuern auf die Insel Gospa od Škrpjela – übersetzt: Maria vom Felsen. Sie ist schon von Weitem sichtbar durch den blauen Zwiebelturm der Kirche und sei, so Ada, ein bevorzugter Ort für Hochzeiten auch ausländischer Paare. Die Insel ruht auf Felsen und alten Schiffswracks, die über Jahrhunderte hier aufgeschüttet wurden, um die Kirche zu bauen. Hier, so Ada, hätten die Frauen der Seefahrer Gott um die Rückkehr ihrer Männer angefleht, und die Räume mit „Opfergaben“ – teurem Hausrat, Silber oder Gemälde –  ausgestattet, um ihre Gebete zu bekräftigen. Die Rückkehr mit Blick in die untergehende Sonne ist wie eine Meditation. Allein für diesen Nachmittag hat sich die Reise gelohnt. 

 

Asiatisch inspirierte Küche im Restaurnat „The Spot“

 

Zurück im Hotel treffen wir uns im Restaurant „The Spot“ an der Marina Promenade mit asiatisch inspirierter Küche. Slavica empfiehlt verschiedene Fischgerichte – was sonst. Vor allem der zarte Thunfisch in Verbindung mit knackfrischem Gemüse und Salat schmeckte köstlich. Nach Sonnenuntergang zieht es uns noch an den hauseigenen Strand. Dort bekommen aber den Schreck unseres Lebens, als sich ein Strandwächter aus dem Dunkel seines Lauerlagers schält. Freundlich erklärt er uns, dass wir nicht ins Wasser dürften – nicht einmal mit den Füßen. Er macht nur seinen Job.

 

In der Nacht schlafe ich besonders tief und fest. Ich träume von Kotor, dem Besuch der Kirche, an die Opfergaben der Frauen. Dieser Ort, an dem ihre Gebete und ihre Tränen noch heute spürbar sind, hat mich beeindruckt und verzaubert. Ich werde wiederkommen, dann hoffentlich im The Chedi selbst statt in einem Serviced Apartment wohnen. Und vor allem will ich wissen, wie es mit der Lustica Bay weitergeht.

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