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Fr. 16.07.2021, Udo S.

SILENA the soulful hotel

Ich kann es kaum glauben, dass die Ausfahrt Brixen-Pustertal von Europas wichtigster Verkehrsader Richtung Süden, der Brennerautobahn, gerade einmal 15 Autominuten von Vals entfernt ist. Hier in dem 600 Seelendorf, wo sich ein paar Häuser um die Dorfkirche gruppieren, umgeben von sanft ansteigenden Wiesen und Weiden sowie dunkelgrünen Nadelwäldern, herrscht noch ein idyllisches Dorfleben. Bis in die 1950er Jahre war das auf 1.354 m Seehöhe gelegene Südtiroler Dorf lediglich über einen einfachen Weg von Mühlbach zu erreichen. Die unberührte Natur und die einmalige Kulturlandschaft mit den vielen Almen haben sich bis heute erhalten.

 

Doch spätestens seit dem Bau der beiden Seilbahnen in den 1980er Jahren und der Entstehung des Skigebiets Gitschberg Jochtal ist Vals für eine größere Touristengruppe attraktiv geworden. Während im Winter Skifahrer und Snowboarder von 55 Pistenkilometern in schneesicherer Höhenlage von 1.400 bis 2.500 Metern angelockt werden, erkunden im Sommer Wanderer, darunter viele Familien, sowie Mountainbiker die zahlreichen Wanderwege.

 

Das Silena thront wie ein Moorhügel

Kurz nach der Ortschaft Vals, gleich hinter der 2011 errichteten Talstation der Schillingbahn, die Vals mit Meransen verbindet, entdecke ich das Ziel meiner Reise: Das "SILENA - the soulful Hotel", so die Eigenwerbung, verschmilzt dank seiner Außenfassade aus filigranen Aluminiumstreben förmlich mit seiner Umgebung – das Design ist den Gräsern vom Hochmoor nachempfunden. Man merkt sofort, dass sich die beiden Gastgeber Magdalena Mair und ihr Bruder Simon, aus deren Vornamen das Wort „SILENA“ zusammengesetzt ist, etwas Besonderes bei der Eröffnung des Hotels 2017 gedacht haben.

 

Dass das SILENA eine freundliche Seele hat, bemerke ich gleich bei der Begrüßung an der Rezeption. Bei einem Begrüßungscocktail erklärt mir eine äußerst zuvorkommende Mitarbeiterin den Ablauf und die verschiedenen Inklusivleistungen des Hauses. Viele Gäste, darunter zahlreiche Paare jeden Alters, kommen ins SILENA, um ein paar Tage Auszeit zu genießen. Daher steht das rund 1.500 Quadratmeter große Spa, das verschiedene Saunen, einen Innenpool sowie einen 18 Meter langen Außenpool und eine Panoramasauna mit Dachterrasse beherbergt, im Mittelpunkt des Leistungsangebots. Ein weiteres Highlight ist das 5-gängige Soulfood-Menü, das im Restaurant genossen werden kann. Doch davon später.

 

Mitglied bei den renommierten Design Hotels

Da ich aufgrund des guten Wetters erst einmal die Bergwelt erkunden möchte, händigt mir die nette Dame vom Empfang eine Wanderkarte sowie zahlreiches Infomaterial über die Gegend aus. Im Schrank meines Zimmers entdecke ich später sogar einen Profirucksack, falls man seinen eigenen zu Hause vergessen hat.

Ich bin im vierten Stock im Soulful Rooftop Room mit großem Dachbalkon untergebracht. Der erste Blick bestätigt den Anspruch der Gastfamilie Mair, ihr Designkonzept bis ins Kleinste durchdacht zu haben und jeden Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Unterstützt wurden sie bei der Innenraumgestaltung vom Bozener Architektenteam Noa, welches das Moor-Thema mit den Prinzipien des asiatischen Feng Shui kombiniert hat. Das Farbkonzept spielt mit Naturtönen, Braun-, Beige-, Türkis- und Grünnuancen. Organische Dekorationselemente komplettieren die Illusion der Moorlandschaft, zum Beispiel geschwungene Holzdecken oder mit Blättern bedruckte Glaswände. In Anlehnung an die Landschaft wurden vermehrt natürliche Materialien wie Holz und Stein mit Glas und kühlem Beton kombiniert. Die 29 komplett neu gestalteten Zimmer und Suiten haben ein offenes Bad mit separatem WC/Bidet, Holzoberflächen aus geräucherter Eiche und Tapeten, deren erdiges Farbspiel an das Hochmoor erinnert. Nicht ohne Stolz verweisen die Mairs auf ihre Kooperation mit den renommierten Design Hotels.

 

Die Fane Alm – das schönste Almendorf Südtirols

Da es bereits früher Nachmittag ist, fahre ich mit dem Auto zur Fane Alm, wobei der letzte steile Abschnitt eher etwas für routinierte Fahrer ist. Die Fane Alm ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen jeden Schwierigkeitsgrads. Das Almendorf liegt auf 1.740 Meter hoch oben im Valsertal, eingebettet in die spektakuläre Bergkulisse der Pfunderer Berge: So stellt man sich das perfekte Heidi-Dorf in den Alpen vor. Tatsächlich wurden dort auch schon zahlreiche Filme und Serien wie der „Bergdoktor“ gedreht. Die Almen selbst bestehen aus schindelbedeckten Wohn- und Heuhütten, einem kleinen Kirchlein und drei Almschenken auf einer sattgrünen Almwiese. Zu Recht trägt die Fane Alm den Titel „schönstes Almendorf Südtirols“. Im Sommer weiden hier über 300 Kühe und der aus ihrer Milch gewonnene Käse kann direkt im Almendorf verspeist werden. Die Fane Alm hat allerdings auch eine dunkle Vergangenheit: Im Mittelalter diente sie als abgelegenes Lazarett für Pest- und Cholera-Kranke.

 

Ich will eigentlich nur eine kleine Wanderung zur nächstgelegen Labisebenalm unternehmen, die zu meiner Überraschung bewirtschaftet ist. Die Sennerin hat gerade Pause und unterhält sich angeregt mit ihrer Schwester, die zu Besuch ist. Ich nehme einen Kaffee und einen selbstgemachten Apfelstrudel mit Beeren aus dem Garten. Beides ist so lecker, dass ich gleich noch eine zweite Runde bestelle. Gestärkt und etwas übermütig, da die Sennerin die Route als leicht machbar beschrieben hat, trete ich den Rückweg quer durch die Berge über den Marblsee an. Trotz der einzigartigen Landschaft werde ich nach einer Stunde etwas nervös, da keine Fane Alm weit und breit zu sehen ist. Es dauert dann noch einmal eine weitere Stunde steile Kraxelei, bis ich diese und den Parkplatz meines Autos erreicht habe.

 

Das 5-Gänge-Gourmet-Dinner

Der Besuch in der Sauna des SILENA Spa fällt heute leider aus. Ich kann lediglich die Schwallbrause in meinem Zimmer ausgiebig genießen, um noch rechtzeitig zum Abendessen zu erscheinen.

Ich bekomme glücklicherweise einen Fensterplatz mit Blick auf den Garten zugeteilt. Auch im Restaurant wird das klare Feng-Shui-Design wieder aufgegriffen: Ich sitze auf einem „spy chair“ des italienischen Stuhldesigners Billiani, Tischplatte und Boden sind aus Raucheiche. Filigrane Holzkunstwerke, die asiatische Formen nachzeichnen, lassen private Nischen entstehen. Es herrscht eine ruhige und erwartungsvolle Atmosphäre – zu Recht. Das 5-Gänge-Gourmet-Dinner von Küchenchef Christian Senoner gilt als ein Highlight im SILENA.

 

Nach einem Salat vom Buffet wird mir als erster Gang ein konfierter Saibling mit Apfel und Sellerie serviert. Es folgen eine Reiscremesuppe mit Miso und Mandeln und anschließend Gnocchetti Sardi mit Kapern und Tomaten bevor es zum Hauptgang geht. Ich entscheide mich für den Lammrücken vom Villnöser Brillenschaf mit Auberginen. Alternativ hätte ich auch Udon Nudeln oder einen Zander auf Rotweinbutter wählen können. Ich bin mir sicher, alles hätte vorzüglich geschmeckt. Nach einer süßen Nachspeise aus Vanillemousse mit frischen Pflaumen und Schokoeis folgt ein Käse- oder Obstteller, den ich aber dankend ablehne. Eigentlich ein Affront: Gastgeber Simon Mair ist nämlich auch Käse-Sommelier und bewahrt ein ausgewähltes Sortiment von hoher Qualität in seiner Kühltheke auf.  

 

Gästegruppen, die lieber unter sich bleiben wollen, bietet das SILENA in der 350 Jahre alten Bauernstube, die aus dem früheren Moarhof ausgebaut wurde, auch ein Private Dining mit traditionellen Südtiroler Spezialitäten nach alten Rezepten.

Für alle Gäste stehen zudem rund 400 Weine aus den besten Anbaugebieten der Welt zur Verfügung, natürlich auch viele Tropfen aus der Region. Schließlich hat sich das SILENA auch im kulinarischen Bereich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben.

   

Nach einer erholsamen Nacht in meinem bequemen zwei Meter breiten Kingsize-Bett genieße ich am nächsten Tag erst einmal ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse, das für Langschläfer auch bis 11.30 Uhr serviert wird. Anschließend heißt es Sonnenbaden auf einer Liege am Außenpool, um anschließend ein paar Runden zu schwimmen. Im Inneren befinden sich ein weiterer Pool, der Spa-Bereich mit Saunen, Ruheräumen, zwei Saftbars sowie Tee-Stationen. Alles ist sehr geschmackvoll mit hochwertigen Materialien wie Granitstein und Mooreiche eingerichtet, so dass jeder sein Lieblingsplätzchen oder einen Rückzugsort finden kann. Unter dem Motto „Erden–Loslösen–Sein“ können Gäste auch maßgeschneiderte Signature Behandlungen buchen oder eine eigene Natur-Pflegeserie mit heimischen und asiatischen Essenzen erwerben.

 

Das Valsertal ist ein Wanderparadies

Ich muss diese Oase der Ruhe jedoch verlassen: der Rotenstein-Höhenweg wartet auf mich. Zum Glück kann ich den „Zustieg“ mit Unterstützung der Jochbergbahn bewältigen, so dass sich die Höhenmeter in Grenzen halten. Von der Bergstation auf 2.000 Meter Höhe wandere ich in sanftem Auf und Ab und mit freiem Blick auf das Valsertal. Der bezauberndste Ausblick liegt auf Höhe der nicht bewirtschafteten Rotenstein Alm, von der ich die in der Ferne steil aufragenden Dolomiten sehen kann. Nach rund eineinhalb Stunden und ein paar mit Halteseilen gesicherten aber harmlosen Passagen entdecke ich das bereits vertraue Hochplateau der Fane Alm. Dort angekommen gönnen ich mir eine ausgiebige Brotzeit bevor es über den Milchsteig wieder zurück ins SILENA geht.

 

Wer seinen Ausflug nicht selbst planen möchte, kann im Hotel auch private Guides für Natur- und Sportausflüge buchen. Das ganzheitliche Wohlfühlkonzept des Silena, das auf den Ebenen Sport und Ernährung, Literatur und Kreativität, Spiritualität und Begegnung basiert, bietet seinen Gästen zudem ein kostenfreies Aktivprogramm mit Mountainbiken, Wandern, Laufen, Wintersportarten, Qi Gong, Yoga, Barfuß- und Atemwanderungen sowie Klang- und Duftmeditationen zur Auswahl. Zusätzlich veranstaltet die Familie Mair immer wieder intensive Themenwochen wie etwa ein Yoga-Retreat mit Katrin Witt, ein Female Power Workshop oder ein Meditation & Yoga Retreat.

 

Wie mir Seniorchefin Ida Mair verraten hat, diente das SILENA kurz zuvor als Stützpunkt der tschechischen Fußballnationalmannschaft zur Vorbereitung auf die EM. Vermutlich waren sie nach ihrem Aufenthalt einfach zu relaxed, um auch noch einen Meistertitel zu holen.

Mehr Infos:

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