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Fr. 18.10.2019, Hedda M.

Terme di Saturnia Spa & Golf Resort, Saturnia

Gesunder Luxus im Herzen der Maremma

 

Thermalbäder scheinen irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein. Sie blicken oft auf eine lange Geschichte zurück, die Gesundheit steht im Vordergrund, weniger eine zeitgemäße Unterbringung der Gäste. Doch es gibt Bäder, die modernen Luxus mit hochklassiger Prävention, medizinischen Anwendungen und Beautybehandlungen verbinden. Das beste Beispiel dafür habe ich besucht: das Terme di Saturnia Spa & Golf Resort in der Toskana.

 

Schon der Webauftritt hatte meine Neugier geweckt – und vor allem den Wunsch, einzutauchen in die Welt dieses nach eigener Darstellung luxuriösesten Hotels der Toskana, das gleichzeitig ein bewährter Kraftort sein muss. Das im Jahr 1919 eröffnete Bad, das kürzlich seinen 100. Geburtstag feierte, gilt dank der besonderen Heilkraft der Quelle als einer der bekanntesten Kurorte des Landes.

 

Alles für die Schönheit und Gesundheit

 

Die herrschaftliche Kulisse im klassizistischen Stil – typisch für die Bäderarchitektur der Zeit – verströmt schon beim Anblick der Bilder ein Gefühl von Zauberberg und Trutzburg, sie wirkt beschützend und zugleich luxuriös.

 

Vier Thermalbecken im Freien, Unterwassermassagen, Wasserfälle und ein Kreislauf-Parcours in warmem und kaltem Wasser bilden eine der größten und eindrucksvollsten Thermalbeckenlandschaften der Welt. Zu den fünf Wohlfühl-Bereichen des Spas zählen die Hydrotherapie, Schönheitspflege, Ernährung, Fitness sowie ein Stress-Management. Und wenn ich will, kann ich auf dem nahegelegenen Golfplatz an meinem Handicap arbeiten. Ein Ort zum Auftanken. Nichts wie hin.

 

Die Anreise war etwas mühsam. Innerhalb von wenigen Stunden hetzte ich von Flieger zu Flieger auf den Flughäfen Hamburg, München, Rom, bevor ich im Autoshuttle in rund zweistündiger Fahrt dem Zielort entgegenbrause. Die sanfte Hügellandschaft, die Pinienwälder und die rote Erde der Toskana wirken wie Balsam auf die gestresste Seele.

 

Bei der Ankunft steigt mir sofort der Schwefelgeruch in die Nase – faule Eier ist hier die gängige Assoziation. Kurioserweise gewöhnt sich offenbar die Nase, oder vielmehr das Gehirn, an alles, denn schon nach wenigen Minuten verwandelt sich die Irritation in eine Art tranceartiger Gelassenheit. Versetzen etwa die Dämpfe der Quelle die Besucher schon nach Kurzem in eine Art Glückskoma? Scheinbar ja. Auch beim Personal blicke ich nur in selig lächelnde Gesichter – bei unserem Fahrer ebenso wie bei den Empfangsmitarbeitern an der Rezeption oder der Marketingchefin, die uns persönlich zum Zimmer bringt.

 

Perfekte Symbiose von Architektur und Natur

 

Der geflieste Raum wirkt großzügig, elegant und lässig zugleich – typisch für den italienischen Einrichtungsstil. Der Luxus liegt im Detail: Vor allem das Kingsize-Bett mit der exzellenten Matratze und der besonders fluffigen Daunendecke steht für höchste Qualität, ebenso die technische Ausstattung mit WLAN und großem Flachbildfernseher (den ich nicht einmal anschalte). Besonders freue ich mich über die große Terrasse, an die ein riesiges Rasengrundstück grenzt, das in den Park übergeht.

 

Die Führung durch das Resort bestätigt und übertrifft den Eindruck von der Website. Die aus Naturstein-Travertin errichteten Gebäude – Hotel und Behandlungstrakt – gelegen in einem weitläufigen Park, schmiegen sich fast organisch um die 37,5 Grad warme Thermalquelle herum. Hier gelang den Architekten offenbar die perfekte Symbiose von Architektur und Natur.  

 

Insgesamt 130 Zimmer und Suiten stehen den Gästen zur Verfügung, davon zwei Grand-Suiten mit Blick auf die Thermalquelle, elf Executive-Zimmer, 60 Deluxe-Zimmer, 21 Superior-Zimmer und 34 Zimmer der Kategorie Comfort. Viele Räume wurden erst in diesem Jahr renoviert, nach und werden alle übrigen Zimmer neu gestaltet. „Die Stoffdesigns und vielen Möbel wurden exklusiv für das Resort entworfen, um ihm einen individuellen Charakter zu verleihen“, sagt unsere Gastgeberin. Möglich macht es der neue Investor Feidos, der das Anwesen zusammen mit dem amerikanischen Fond York Capital im September 2017 für 40 Millionen Euro erworben hat und seitdem kräftig investiert.

 

Orte zum Verweilen

 

Überall auf unserem Rundgang entlang der Flure und öffentlichen Bereiche begegnen uns moderne Designobjekte, die das toskanische Flair des Anwesens unterstreichen. Ein komplettes Re-Styling des Grüns rund um das Spa und des Resorts ist für kommendes Jahr geplant. Alles scheint hier aus einem Guss, auch die Gemeinschafts- und Speisezimmer sind im gleichen Stil gehalten wie die Zimmer. Besonders charmant und überraschend sind die vielen kleinen Fluchtmöglichkeiten: Überall auf dem Weg laden kleine Bibliotheken, Lesesäle, Ruheräume, Außenbuffets, Dachfenster und Wintergärten zum Verweilen ein.

 

Eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentiert die 100-jährige Geschichte des Bades von den Anfängen bis heute. Damals stand an diesem Ort eine kleine Hütte, die sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts über verschiedene Bauphasen hinweg zur heutigen Prachtoase auswuchs.

 

Theatralische Anwendung

 

Dann folgt die erste Behandlung: ein Peeling mit Massage. Im Spa-Bereich erwartet mich eine blonde Masseurin, die anschließend ein fast magisches Ritual vollzieht: Mit dem theatralischen Habitus einer Hohepriesterin streut sie ein gefühltes halbes Kilo einer Salz-Traubenkern-Mischung über meinen Körper, die sie anschließend mit warmem Öl vermengt und mit rhythmischen, kraftvollen Bewegungen von Kopf bis Fuß in die Haut massiert. Die grobkörnige Struktur der Salzmischung bewirkt offenbar eine besonders intensive Stimulation der Nerven. In Kombination mit der schon beschriebenen Entspannung durch die thermalen Ausdünstungen fühle ich mich wie auf einem anderen Planeten

 

Nach dem eineinhalbstündigen Sinnestaumel geht es endlich in die heiße Quelle. Hier, wo ich mit großem Wohlbehagen in körperwarmes Nass gleite, hat der Legende zufolge einst der römische Gott Saturn gewütet. Weil er sich über die ständigen Zwistigkeiten der Menschen ärgerte, schleuderte er einen Blitz auf die Erde. Der traf auf einen Vulkankrater, aus dem daraufhin ein Fluss warmes, schwefelhaltiges Wassers hervorquoll. Göttlichem Zorn also verdanken wir die Terme di Saturnia, in der schon die Etrusker und alten Römer ihr Spa-Erlebnis „salus per aquam“ genossen.

 

Das mineralische Thermalwasser, das mit 500 Litern in der Sekunde konstanter Körpertemperatur aus einem natürlichen Krater sprudelt, enthält in jedem Liter 2,790 Gramm Mineralsalze. Seine besonders große Menge an Schwefelwasserstoff wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf- und Atmungssystem aus und senkt den arteriellen Blutdruck, entspannt Muskulatur und das Knochengerüst und lindert Beschwerden der Atemwege. Ich umwickle mich mit zwei Styropor-Schlagen und treibe zusammen mit zahllosen weiteren Gästen in der folgenden halben Stunde auf dem Rücken durch das Wasser. Zum Schwimmen ist die Wärme zu anstrengend.

 

 

Kulinarischer Hotspot der Toskana

 

Nächstes Superlativ ist das Dinner. Die Zusammenarbeit mit dem Michelin-Sternkoch Roberto Rossi seit Anfang 2019 macht das Hotel zu einem kulinarischen Hotspot der Toskana. Die Küchenchefs Alessandro Bocci und Luca Cecconi servieren typische toskanische Gerichte, darunter eine Brotsuppe und zartes Rind auf Möhrchen. Alle Rezepte, so erzählen sie, enthalten nur wenige und simple Zutaten, um die Tradition der toskanischen Küche zu wahren. Nur die Weine stammen nicht nur aus der Maremma, sondern aus Weingütern der ganzen Welt. Eine leichtere Ernährung bietet das Spa-Menü mit Zutaten aus dem eigenen Gemüsegarten. Die Spring Bar bietet eine große Auswahl an kreativen Cocktails aus frischen Früchten und Gemüsesorten.

 

Am kommenden Tag geht es in die Beauty Clinic. Ich bin überwältigt von der Anlage. Über 53 Behandlungsräume, ein Römisches Bad mit Tauchbecken, Dampfbad und eine Bio-Sauna stehen im Dienst von Schönheit und Gesundheit. Das Architektenbüro Parisotto & Formenton Studio hat die Räume gestaltet, der Frankfurter Künstler Herbert Hamak hat ein stimmungsvolles Installationskonzept beigesteuert. Ich lasse mich mit einer Schlammbehandlung mit Algenextrakt verwöhnen, ein Jungbrunnen aus Aminosäuren, Schwefel, Kalium und Magnesium, dessen wohltuende Wirkung auf das Immunsystem sich erst später einstellen soll. Danach folgt ein Sprudelbad im Thermalwasser, das den Kreislauf anheizt, den Körper gleichzeitig fordert und für wohlige Erschöpfung sorgt. „Ruhen Sie sich danach eine halbe Stunde aus vor der Abreise“, rät mir meine Therapeutin.

 

Abschiedsbesuch von Saturn

 

Ich folge ihrem Rat nur zu gern. Auf dem Zimmer stelle ich fest, dass ich die Terrassentür habe offenstehen lassen. Ich lege mich hin und spüre kurz darauf ein leichtes Kratzen unter dem Bademantel. Blitzschnell springe aus dem Bett, werfe den Mantel ab und sehe, wie eine Maus über das Laken huscht. Ich schreie kurz auf, werfe die Daunendecke über das Tier, damit es nicht in den offenen Koffer auf dem Boden rennt und ziehe mich in Blitzeseile an. Saturn kam in Gestalt der Maus, um mich aus seinem Paradies zu vertreiben. Am Ende aber lag die Schuld bei mir: Hätte ich das Fliegengitter heruntergelassen, wäre ich unbehelligt geblieben. Die Terme ist nun einmal ein Geschenk der Natur – und die hat viele Facetten.   

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