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Abgeschieden, hinter Garmisch-Partenkirchen, liegt am Wettersteingebirge das Schloss Elmau mit dem neuen Retreat-Hotel.
Die Einfahrt
Nur Hotelgäste haben Zutritt in das Schloss Elmau. Die zum Großteil prominenten Gäste wollen für sich bleiben.
Blick in die Library Lounge
Die Junior-Suite mit einmaligem Blick auf das Wettersteingebirge
Auch vom Bett blicken die Gäste auf den Wetterstein.
Das Bad ist riesig und in hellem Stein gestaltet.
Das Shantigiri Spa
Die Sonnenterrasse des Shantigiri Spa
Der Außenpool
Das Restaurant Tutto Mondo
Das Summit Restaurant
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Fr. 24.04.2015, Carina Z.

Schloss Elmau Retreat, Elmau

Luxusgipfeltreffen oder: Bettentest für Obama

 

Im Juni treffen sich die mächtigsten Politiker der Welt zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Bevor Obama, Merkel und Co. in dem Luxushotel nächtigen, habe ich höchstpersönlich eine der Suiten getestet.

 

Wer einmal fühlen will, am eigenen Leib, wie sich Liebe zum Detail anfühlt, der muss im neuen Retreat in Elmau an die Zimmertür. Augen zu, den frischen Duft des Holzes einatmen – und mit der Hand drüberstreichen. Fünf-Sterne-Hotelier Dietmar Müller-Elmau hat die Türen für den Hotel-Neubau extra anfertigen lassen, er wollte, dass sie noch ein bisschen rau sind. Wie vieles hier in dem neuen Luxushotel sollen sogar die Zimmertüren alle Sinne ansprechen.

 

Bei mir funktioniert es, auch wenn mich andere Gäste auf dem Gang etwas skeptisch beobachten. Ob die ungehobelten und deshalb ungewöhnlichen Türen jetzt auch den Präsidenten einer Supermacht interessieren oder der Bundeskanzlerin auffallen, ist fraglich: Barack Obama, Angela Merkel und die anderen Staatsoberhäupter der weltgrößten Industrienationen werden Anfang Juni hier auf Schloss Elmau hinter Garmisch-Partenkirchen übernachten. Freilich ist es geheim, in welchem Zimmer wer schläft – aus Sicherheitsgründen. Aber die Chance, dass die Staatschefs in dem neuen Retreat und nicht im alten Schloss nebenan untergebracht werden, ist recht groß. Erst Ende März hat es eröffnet. Ein neueres Luxushotel hat Bayern derzeit nicht zu bieten. Schon jetzt steigen hier Topmodels ab, weltberühmte Sänger, Fußballstars. Sie suchen hier Abgeschiedenheit, Privatsphäre und Ruhe. Und das kriegen sie.

 

Das majestätische Mutter-Hotel Schloss Elmau  liegt abseits von jedem Trubel, es ist nur über eine kurvige Straße  erreichbar. An einer Mautstation kassiert ein gestandenes Mannsbild vier Euro von jedem, der an ihm vorbei will. Das neue "Retreat", ein moderner, länglicher Bau mit Holzfassade auf der einen Seite und Fenstern, Fenstern, Fenstern auf der anderen, der Natur zugewandten Seite, liegt aber noch abgeschiedener. Nämlich hinter dem Schloss. Der Blick von der riesigen Glasfront in meiner Junior-Suite geht auf das gewaltige Wetterstein-Massiv, davor plätschert ein kleiner Bach. Würde man jetzt mit dem Schlossherrn Müller-Elmau hier auf dem Balkon stehen, würde er erklären, wie wundervoll das ist: die Kombination aus dem Beständigen, dem Stabilen und dem Leichten, Vergänglichen. Recht hat er.

 

Ich liege relativ unprätentios auf einer unverschämt schönen Designer-Chaiselongue aus Italien und ruhe einfach nur meine Augen aus auf dieser Natur-Schönheit. Neben mir ein Teller mit feinen Pralinen, Kaviar aus Schokolade und frischem Obst, das hat der freundliche Zimmerservice gebracht, zehn Minuten nach dem Einchecken auf dem Zimmer. Dazu eine Flasche Begrüßungswein, klassische Musik aus dem großzügigen Multimedia-Angebot, das über zwei Flachbildschirme abgespielt wird.

 

Hinter mir liegen entspannte Momente im Spa-Bereich, in den ich mit einem roten Bademantel marschiert bin. Das ist deshalb erwähnenswert, weil hier jeder Gast eine individuelle Bademantel-Farbe bekommt. Wäre ich mit dem roten Stück, das in meinem Bad hing, nicht zufrieden – dann bringt der Zimmerservice die Wunschfarbe. In der Wellness-Etage, in die mich ein Aufzug bringt, hatte ich die Wahl zwischen zwei Saunen. Finnische Sauna und Dampfbad, dasselbe nochmal nur für Frauen. Ja, das hat mich anfangs zugegebenermaßen etwas verwundert. Bloß zwei? Wo heutzutage schon jedes mittelprächtige Hallenbad eine ganze Sauna-Landschaft anbietet? Als ich im Ruheraum liege, eingemummelt in eine weiche weiße Wolldecke, dämmert mir der Grund. Hier im Retreat konzentriert man sich auf das Wesentliche. Auch das entspannt. Nur der Weg zwischen dem einen Außenpool, in dem auch Kinder planschen dürfen, und dem Sole-Becken, das nur für Erwachsene und ein Stockwerk entfernt ist, reißt mich ein bisschen raus aus meinem Relax-Modus. Aber kaum tauche ich wieder ein in das warme Wasser und schaue durch den Dampf auf die Berge – vergessen.

 

Überbordenden Luxus, den mancher vielleicht bei einem Zimmerpreis von circa 900 Euro (zwei Personen in der Junior-Suite) erwartet, kriegt man im Retreat nicht. Die Suite ist groß, der Boden aus Solnhofer Platten oder die Vorhänge aus deutscher Seide sind hochwertig, aber schlicht. Die Nachttisch-Lampen, die Müller-Elmau ebenfalls extra bauen ließ, verbreiten ein warmes Licht, und man verdirbt sich trotzdem nicht die Augen beim Lesen. Vor der nächsten Nacht, das habe ich mir vorgenommen, schaue ich mir das mit dem automatischen Licht nochmal genauer an: Das geht nämlich an, sobald man schlaftrunken aus dem Bett aufs Klo tappt, und angeblich auch von alleine aus, sobald man wieder in die Daunen sinkt. Ich hatte offenbar doch einen Schalter übersehen und musste nochmal aufstehen. Zuviel technischer Schnickschnack für meinen Geschmack.

 

Aber: Am Morgen, das Zähneputzen, ist dann nochmal ein Highlight. Das Bad (riesig, heller Stein, mit begehbarer Dusche ohne Wand und Badewanne, komischerweise aber nur mit einem Waschbecken) liegt direkt hinter meinem Doppelbett. Andere Suiten haben Bäder mit Blick auf die Berge, meine nicht. Macht aber nichts. Denn zwei Teile des dreigeteilten Spiegels kann man wie Fensterläden öffnen. So klappt man die Wand zwischen Bett und Bad einfach weg und genießt auch vom Waschbecken einen direkten Blick aus dem Fenster. Morgentoilette mit Aussicht – danach ist man wach.

 
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