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Das behutsam renovierte Deckengewölbe und der helle Sansdstein verleihen den Räumen einen unvergleichlichen Charme.
Das Interior nimmt die Farbe des Sandsteins auf und setzt mit Polstermöbeln Akzente.
Blick ins Badezimmer
Das Dinner wird auf der großzügigen Terrasse serviert.
Jahrhundertealte Olivenbäume spenden im Garten angenehmen Schatten.
Draußen stehen Bronzen von Fernand Léger und René Letourneur.
Blick in den Garten
Allgegenwärtig: Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen.
In den öffentlichen Bereichen wie Lounge und Bibliothek findet sich derselbe Farbcode wie in den Zimmern.
Die Lounge
An der Bar klingt der Tag aus.
Die Lobby
Die zehn Suiten und Zimmer sind völlig individuell geschnitten.
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Fr. 11.09.2015, Anke B.

La Fiermontina, Lecce in Apulien

Hommage an eine einzigartige Frau

 

Die Barockstadt Lecce gilt als Geheimtipp unter Apuliens Destinationen, und das zu recht: Hier steht die Zeit still. Hinter jeder Biegung der engen Gassen wartet ein neues architektonisches Kleinod – so wie das antike Amphitheater, wo in den Sommermonaten regelmäßig Aufführungen stattfinden. Dazu hellgelber Sandstein, wohin man schaut, im Sonnenlicht scheint er fast golden. Doch was wäre all das ohne das Ziel meiner Reise, das La Fiermontina...

 

Sie war eine Schönheit, diese Antonia Fiermonte. Sie spielte Klavier und liebte die Kunst – und beschloss, kaum dass sie erwachsen war, ihre Heimatstadt Lecce zu verlassen und nach Rom zu gehen. Dort traf sie ihren ersten Mann, einen Bildhauer aus Tschechien und folgte ihm nach Paris. Es waren die 1930er Jahre und viel Zeit blieb ihr nicht, denn bereits mit 42 Jahren starb die schöne Frau aus Apulien. Da war sie allerdings schon mit dem besten Freund ihres ersten Mannes verheiratet: René Letourneur, ebenfalls Bildhauer. Sie war beiden Künstlern Inspiration und Muse und beide Männer ehrten das Andenken an sie – und zwar gemeinsam.

 

Warum ich das alles erzähle? Weil sich vor diesem Hintergrund das Konzept des Hauses als das erschließt, was es ist: eine Hommage an Antonia Fiermonte.

 

Vom Flughafen Brindisi aus sind es keine 20 Minuten, dann biegt das Taxi in eine kleine Gasse ein, die geradewegs zu einer von Mauern umgebenen Anlage führt. Völlig schmucklos, kein Portal, nur glatter leccesischer Sandstein und eine Glastür – im Vorbeifahren könnte man das Boutique-Hotel fast übersehen. Doch als sich die Tür wie von Zauberhand öffnet, zeigt es sich in seiner ganzen strengen Schönheit: Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert birgt zehn Suiten und Zimmer, die völlig individuell geschnitten sind. Verbindende Gestaltungselemente sind der allgegenwärtige helle Sandstein und die – wo immer es möglich war – behutsam restaurierten Deckengewölbe und Kamine. Das Interior nimmt die Farbe des Steins auf, setzt Akzente mit Polstermöbeln in gebrochenen Farbtönen. Die Mauern des Hauses sind zum Teil fast einen Meter dick, kein Laut dringt von außen an das Ohr: klösterliche Stille, überall.

 

In den öffentlichen Bereichen wie Lounge und Bibliothek findet sich derselbe Farbcode wie in den Zimmern. Accessoires wie Originallampen aus den 30er Jahren und Holzdecken im regionalen Stil verleihen den Räumen einen wohnlichen, lebendigen Charakter. Frühstück gibt es im Patio oder im Restaurant, Dinner wird auf der großzügigen Terrasse serviert. Allgegenwärtig: die bildende Kunst. Gemälde, Zeichnungen, Textilart und Skulpturen – im Garten stehen Bronzen von Fernand Léger und René Letourneur, auf den Zimmern liegen Bildbände aus und unter den handverlesenen Möbelstücken befinden sich Entwürfe bekannter Designer wie Le Corbusier. Das alles ist die persönliche Handschrift von Fouad Filali, Eigentümer des Anwesens und Antonias Enkel: Es sind Stücke aus seiner privaten Sammlung.

 

Doch noch einmal zurück in den Garten. Von Teilen der alten Stadtmauer umgeben, tragen die Zitronenbäume bereits Ende August große Früchte und jahrhundertealte Olivenbäume spenden angenehmen Schatten. Der Hain, wo sie ursprünglich standen, musste einem Windpark weichen, doch Filali rettete die knorrigen Zeitzeugen vor der Abholzung. Der kunstsinnige Unternehmer lebt und arbeitet größtenteils in Paris. Kurz nach der Jahrtausendwende besuchte er zum ersten Mal die Heimatstadt seiner Großmutter. Sein Engagement in Lecce begann 2003, als er das heruntergekommene, unbewohnbare Gemäuer kaufte. Während der folgenden rund elfjährigen Bauzeit stand das Objekt unter der Obhut von Star-Architekt Antonio Annicchiarico, der selbst auch aus Lecce stammt. Zurzeit entstehen in einem Nebenhaus sechs weitere Zimmer und ein Spa. Für das Interior Design zeichnen im gesamten Objekt die Innenausstatter von Charles-Philippe & Christophe aus Frankreich verantwortlich und die Küche unter der Leitung des jungen Chefs Simone Solido setzt ihren Schwerpunkt auf traditionelle, regionale Gerichte, in leichter Interpretation.

 

Für Fouad Filali ist dieses Anwesen allerdings weitaus mehr als ein Hotelprojekt, wie er sagt. Er möchte kunst- und kulturaffine Gäste für Lecce begeistern – und für La Fiermontina. Ein Haus, das er als Hommage an eine einzigartige, unkonventionelle Frau versteht: die schöne Antonia. 

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Jens Hoffmann: der Artikel macht Lust auf eine Reise nach Apulien.... Jens House & Hotel Magazin