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Zimmer Medium
Zimmer Large
Schickes Marmor-Badezimmer
Wohnraum der Suite
Schlafzimmer der Suite
Badezimmer der Suite
Die Tortue Suite ...
... mit fabelhaftem Badezimmer
Die Appartement Suite ...
so cosy!
Gemütlich ist es aber überall im Hotel!
In der Brasserie ...
... gibt es feine französische Küche
Bar Bleu
Bar Noir
Japanese Cuisine gibt es im Jin Gui ...
... sehr innovativ und stylisch
Das verspiegelte Séparée kann man exklusiv mieten
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Fr. 28.09.2018, Hedda M.

Hotel Tortue, Hamburg

Wo die Seele Urlaub macht

 

TORTUE ... klingt zärtlich und verlockend wie ein Versprechen. Die beiden T – am Anfang und in der Mitte des Namens – halten ihn in einer schwebenden Balance. TORTUE – ich lasse die einzelnen Buchstaben und Silben auf der Zunge zergehen und lausche, wie sich ihr Klang im Raum entfaltet und weiß: So klingt französische Lebensart und Raffinesse.

 

Das ist in diesem Fall auch so gewollt.  TORTUE – französisch „Schildkröte“ – heißt das neue Boutique-Hotel an der Stadthausbrücke im Herzen Hamburgs, in dem ich mich mit einer Freundin eingemietet habe. Hier ist der Name Programm: Das Haus mit seinen 126 Zimmern, zwei Spitzenrestaurants, drei Bars und verschiedenen Veranstaltungsräumen bildet einen zweiflügeligen Gebäude- Komplex innerhalb des restaurierten Stadthöfe-Quartiers mitten in Hamburgs City. Von hier aus wollen wir uns durch die Innenstadt treiben lassen, auf Schnäppchenjagd in unseren Lieblings-Boutiquen in den Hohen Bleichen (Secondella, Petra Teufel), am Neuen Wall (Unger, Akris) und in die Galleria gehen, die wir alle von hier aus locker in fünf Minuten erreichen.

 

Hommage an Dandys des 18. Jahrhunderts

 

Neugierig hat uns vor allem die Entstehungsgeschichte des Hotels gemacht. Das Führungstrio – die Geschäftsführer und Gastronomen Marc Ciunis und Carsten von der Heide sowie die Hoteldirektorin Anne Marie Bauer – beschlossen vor zehn Jahren, im Zeichen der Schildkröte einen Ort für inspirierten Müßiggang zu schaffen, die sich im hektischen Alltag kaum noch einstellen. Inspiriert haben sie die Dandys zu Zeiten Napoleons, die im 18. Jahrhundert mit einer Schildkröte an der Leine über die Boulevards flanierten und sich durch den Tag treiben ließen. Die dafür notwendige Gelassenheit und Achtsamkeit soll der Gast – quasi als seelische Infusion – aus dem Ambiente der Hotelanlage empfangen. Und was erzeugt diese schwerelosen, intensiven und unvergesslichen Lebensmomente eher als eine Umgebung, die französisches Savoir Vivre mit einem Hauch nostalgischer Dekadenz und Erlebnisgastronomie verbindet?  „Wir wollten unbedingt französisches Flair“, hatte Hoteldirektorin Anne Marie Bauer bei der Eröffnung am 12. Juni erklärt. Bei der Raumgestaltung hätten sie sich vor allem am Stil des Pariser Hotel Costes orientiert.

 

Ob das TORTUE diese Erwartungen erfüllt, teste ich gemeinsam mit einer Freundin. Der Plan: Wir reisen bereits morgens an, verbringen den Tag im und um das Hotel herum – also auf den Boulevards und den Geschäften der City - und lassen ihn beim Dinner im hauseigenen japanischen Restaurant JIN GUI ausklingen. Das Entschleunigungsprogramm wirkt tatsächlich – und zwar schon kurz vor der Ankunft. In Sichtweite weisen zwei lilafarbene Fahnen – ist nicht Lila die Farbe der Seele, der Entspannung und Kontemplation? – mit TORTUE Logo den Weg zum Toreingang, in dem uns passender Weise eine steinerne Schildkröte (geschaffen von Michael Brettschneider, wie ich später über Google herausfinde) empfängt.  Im großzügigen Innenhof, umarmt von den Gebäuden der Stadthöfe, wähnen wir uns in einem Kokon – und fühlen uns augenblicklich beschützt, entrückt und entkoppelt von der städtischen Hektik und den vielen Kalamitäten unseres Alltags. Im Innenhof verteilen sich die Außentische der Brasserie und des JIN GUI. Es ist nicht schwer, sich die beschwingte, von Lachen, Gesprächen und Gläserklirren erfüllte Atmosphäre an lauen Sommerabenden vorzustellen.

 

Ins Foyer im linken Flügel des Hotels gelangen wir über einen breiten, mit violettem Teppich belegten Treppenaufgang. Wir stehen in einem herrschaftlichen Ambiente mit Kamin, wo uns die Rezeptionistin mit warmem Lächeln empfängt und die Zimmerkarten überreicht. Teppiche, Wandbeläge und Bezugsstoffe der Sessel variieren von Kardinal-Lila über verschiedene Blau- und Rottöne das gesamte Farbspektrum einer – wenn auch luxuriösen – Höhle. Es ist definitiv ein Anschlag auf das limbische System. In dieser Farbumgebung erfinden wir sofort jenes kreatürliche Wohlbehagen und Gefühl von Sicherheit, das schon unsere Steinzeitvorfahren nach dem Stress und den Gefahren der Jagd wieder geerdet hat. Beim anschließenden Rundgang zeigt sich, dass es sich in verschiedenen Varianten durch alle Räume des TORTUE zieht und so eine homogene, fast hypnotische Atmosphäre schafft.

 

Französisches Flair vermittelt vor allem die Architektur. David Chipperfield Architects und der britische Wahlhamburger Stephen Williams Associates feiern im TORTUE französische Opulenz in allen Facetten – mit hohen Decken, imposanten Bogenfenstern, kunstvollen Schmiedearbeiten, Fresken sowie prachtvollen Mosaikböden. Sie haben auch viele Säulen des Originalgebäudes aufarbeiten lassen und, wo immer möglich, in die Architektur integriert. Sie begegnen uns fast überall. Mit ihrer Patina und der Aura versunkener Epochen sind sie so etwas wie die Paten dieses Neubaus, der selbst der Architektur Formensprache und vor allem der Lebensart vergangener Zeiten ein stilistisches Denkmal setzt.

 

Schlafen wie die Queen

 

Da sich bei der Einrichtung der Zimmer, Gast-und Veranstaltungsräume gleich mehrere Kreative verwirklichen durften, erleben wir beim Rundgang ein Potpourri an unterschiedlichsten Gestaltungskonzepten. So setzen die von der niederländischen Designerin Kate Hume ausgestatteten 114 Zimmer, acht Suiten und vier Longstay-Apartments zwischen 22 und 72 Quadratmetern auf eine klassische Ausstattung. Hängelampen von Arieti, Boxspringbetten mit Hypno-Matratzen (auf denen schläft angeblich auch die Queen), sandfarben geflieste Bäder sowie Balkone im französischen Stil schaffen in vielen Räumen eine Atmosphäre von unaufdringlichem Luxus. Die besondere Raffinesse der Einrichtung entsteht durch ungewöhnliche Details. So wurden die ornamentalen Tapeten von Little Owl Design aus Amsterdam, ebenso wie die schwarzen Tische, exklusiv für das TORTUE gefertigt, wie man uns erklärt. Sie sind damit so etwas wie ein ästhetisches Signet des Hauses.

 

Wir gehen in die Brasserie. Die bequemen Ledersofas, eckigen Tische und Armlehnstühle aus dunklem Holz auf Fliesen im Schachbrettoptik und das leicht laszive, verhangene Licht entsprechen dem Klischee eines klassischen Edelbistros. Wer französische Lebensart zelebrieren möchte, ist hier richtig. Im JIN GUI dagegen (übersetzt: goldene Schildkröte) zelebriert das TORTUE japanische Kochkunst auf höchstem Niveau. Ein Hauch von Versailles liegt über dem verspiegelten, von Goldstreben durchzogenen Séparée – buchbar für kleine Gesellschaften. Hier sitzen die Gäste in Sitzmuscheln auf cremefarbenen Polstern in einem fensterlosen Raum – faszinierend, aber nichts für mich Klaustrophobiker.

 

Getrüffelte Dim Sums – extrem köstlich!

 

Gottlob dürfen wir im Wintergarten speisen. Wir nehmen Platz in tiefen, mit einem tapetenähnlichen Muster bezogenen Sesseln – entworfen wie alles hier von der Hongkong-Chinesin Joyce Wand. Auch hier fühlen wir uns wie in einer Luxushöhle: Das Interieur besteht zum großen Teil aus üppig gepolsterten Sofabänken in verschiedenen Erdfarben – von Braun über Senfgelb und Oliv – ideal für stundenlanges Verweilen am Esstisch. Verstärkt wird das Steinzeitgefühl durch das diffuse Licht, das sich hauptsächlich von einer riesigen Lampenkonstruktion mit zahlreichen Leuchtkörpern um ein Messinggestell in der Mitte des Raumes verbreitet, deren Form vage an einen Kronleuchter erinnert. Das Dinner ist so phantastisch und unwirklich wie das Ambiente. Wir bitten unsere äußerst aufmerksame Bedienung, uns aufzutischen, was sie selbst gern essen und trinken würde. Mit einem Glas Champagner stießen wir auf den Abend an, es folgte ein Bacchanal an euro-asiatischen Köstlichkeiten, die ich kaum in der Reihenfolge wiedergeben kann, in der sie auf den Tisch kamen. Besonders bemerkenswert waren die frittierten Garnelen, der köstlich marinierte Schweinebauch und die getrüffelten Dim Sums, von denen wir – weil so extrem köstlich – eine Portion nachbestellen mussten.

 

Auf dem Rückweg in unser Zimmer landen wir in der Bar noir auf einen Absacker – und damit in der letzten Höhle des Tages. Am U-förmigen Tresen, sitzend auf satt gepolsterten Lederhockern, kommen wir ins Gespräch mit einem jungen Ehepaar, das seine kleine Tochter im Kinderwagen dabei hat. Er kommt aus Schleswig-Holstein, sie aus Brasilien. Im Tortue haben sie sich gleich für ein paar Wochen eingemietet – und fühlten sich schon wie zu Hause hier. Das tun wir auch schon nach diesem einen Tag.  Jetzt wartet nur noch die Hypno-Matratze, auf der wir sofort in tiefen Schlaf fallen. Aber das wären wir an diesem Abend, nach diesen vielen inspirierenden Momenten und vor allem dem kulinarischen Großereignis wahrscheinlich auch auf einer Reismatte.

 

 

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