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Très jolie
Mein kleiner Palast mit französischem Himmelbett.
Wer hier wohl schon geschlafen hat?
Baden unter kristallenem Lüster. Nun fehlt nur noch der Champagner.
Im Café und Restaurant Orphée treffen sich Einheimische und Hotelgäste.
Très francais: Die Austern sind eine Delikatesse. Leider gibt es sie nur in der Vorweihnachtszeit.
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Mo. 05.11.2012, Isabella F.

Hotel Orphée, Regensburg

Bonjour Orphée!

 

Wussten Sie, dass Paris nur eine Autostunde von München entfernt liegt? Man muss nur die A9 Richtung Nürnberg fahren, bei Regensburg raus und dann die Untere Bachgasse entlang. Schon ist man mitten in Paris. Bonjour Orphée! In der kleinen Gasse versteckt sich das bezauberndste Hotel, das ich kenne. Vor dem denkmalgeschützten Haus sitzen an den Bistrotischen Kreative mit Nerdbrillen, alteingesessene Regensburger im Trachtenjanker, Studentinnen in geblümten Sommerkleidern. Die Bedienungen sehen aus wie aus einem Godard-Film. Wenn nun Amélie aus ihrer wunderbaren Welt um die Ecke geradelt käme, würde es mich nicht wundern. Un Café au Lait, s‘il vous plaît.

 

1977 eröffneten vier Freunde das Orphée, erzählt mir die Rezeptionistin (eine Freundin von Amélie?) beim Einchecken. Die Freunde wollten damals das französische Lebensgefühl in die Kleinstadt an der Donau bringen. Ein bisschen Rotwein, Gitanes, Nouvelle Vague, ein bisschen Edith Piaf und Sartre. Zuerst war das Restaurant, dann kam das Hotel mit seinen drei Häusern. Tagsüber treffen sich die Gäste und Einheimischen im Restaurant und Café. Schauspieler, Filmemacher und Literaten zählen zu den Stammgästen, Wim Wenders schrieb dem Orphée sogar eine kleine Liebeserklärung.

 

Kann ich verstehen. Als ich meinen kleinen Palast betrete, muss ich erst mal all die Eindrücke auf mich wirken lassen. Nun bin ich endgültig in Paris angelangt. Der alte Holzboden knarzt leise, ein goldener Lüster hängt von der Stuckdecke, die Wände zieren herrlich altmodische Tapeten, schwerer Stoff vor den großen Fenstern. In der Mitte des Zimmers ein riesiges Himmelbett. Wer hier wohl schon geschlafen hat? Marie Antoinette? Jane Birkin? Juliette Binoche?

 

Nachmittags verlasse ich meinen kleinen französischen Salon und schlendere durch die Regensburger Altstadt, vorbei am berühmten Dom zur Steinernen Brücke. Ein bisschen fühle ich mich wie in einem französischen Film. Abends im Restaurant bestelle ich Quiche und kühlen Weißwein, lehne mich zurück und beobachte die Passanten. Ein Frühlingsabend in Paris an der Donau. À bientôt!

 
Bob Shohan: Nice room but where is the walk in shower? Aloha, Bob