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Do. 11.07.2019, Hedda M.

Hotel Hafen, Flensburg

Ein Kleinod im hohen Norden

 

Flensburg, Perle des Nordens (dank malerischer Altstadt und Yachthafen), geschichtsträchtige Handelsmetropole (dank Zucker und Rum), Geheimtipp für Segler (dank der Förde) und Hauptstadt der Erotik (dank Beate Uhse) ist nicht nur wegen dieser und weiterer Superlative eine Reise wert. Auch die Nähe zu Dänemark, dem einstigen Mutterstaat, und nicht zuletzt der an Wäldern, Feldern, Wiesen und Seen mehr als reichen Landschaft Schleswig-Holsteins machen die nördlichste Stadt Deutschlands zu einem lohnenswerten Ziel für Wochenendreisende und Kurzurlauber.

 

Soweit die Theorie. Für den Praxistest bietet sich ein Besuch im Hotel Hafen Flensburg an. Das 4-Sterne-Haus, gelegen am wohl schönsten Platz der Stadt mit Paradeblick auf den Hafen zwischen dem bekannten Oluf-Samson-Gang und dem Herrenstall, gilt seit seiner Eröffnung am 1. Dezember 2016 als erste Adresse der Stadt. Eine Investorengruppe – davon viele ortsansässige Kaufleute – hatten sich des lange brachliegenden Areals – einst der „Schandfleck“ von Flensburg – erbarmt. Ihr Hotel ist seitdem der Stolz der Stadt und seiner Bewohner. Von dem Neubau erfuhr ich damals aus den Medien: Eine Flutkatastrophe kurz nach der Eröffnung hatte das Gebäude unter Wasser gesetzt, in der Tagesschau sprangen mich Bilder der wasserschippenden Crew im historischen, aufwändig sanierten „Herrenstall“ an. Seitdem wollte ich mir das Haus aus der Nähe anschauen.

 

Mit meinen Freundinnen Nina, Sandra und Christiane starte ich kurz nach zehn in Hamburg und erreiche das Hotel in weniger als eineinhalb Stunden ... Ein echter Kurztrip und viel entspannter als im Stau zu stehen in Richtung Timmendorf oder Grömitz, denke ich. Hoteldirektorin Kirsten Herrmann, gebürtige Rostockerin, rothaarig, mit kräftigem Händedruck und stahlblauen Augen, empfängt uns im historischen Fachwerkhaus „Herrenstall“ bei einem Glas Sekt. Der Raum verbindet den Empfangsbereich – errichtet aus dem Schiffsbau-Rohstoff Cortenstahl – mit dem Neubau und seinen bodentiefen Fenstern.

 

Der Hotelkomplex mit seinem Mix aus historischen und modernen Gebäuden ist schnell zu einem Geheimtipp avanciert. Das schon aufgrund der Geschichte des Anwesens: An diesem exponierten Platz stand über die vergangenen zwei Jahrhunderte hinweg schon mal ein Hotel (das 1854 erbaute Kayser´s Hof war das erste Haus am Platz) ein Militärlazarett, ein zweites dänisches Generalkommando und das größte Bordell Flensburgs. „In den 70er Jahren war hier dank der vielen stationierten Marinesoldaten mehr los als auf Eurer Reeperbahn“, sagt Kirsten Herrmann. Sie hat sich nach ihrer Berufung zur Hoteldirektorin intensiv mit den verschiedenen Gebäuden des Ensembles auseinandergesetzt, die Geschichte jedes Hauses in einem aufwändigen Buch dokumentiert – und so das Hotel Hafen Flensburg als elementaren Teil und Spiegel der Flensburger Stadtgeschichte inszeniert.

 

Dann bittet sie zum Rundgang. Insgesamt 69 Zimmer – auch „Brigg“, „Bark“ oder „Fregatte“ genannt – stehen den Gästen zur Verfügung, 64 davon sind Doppelzimmer zwischen 25- 45 Quadratmetern. Hier zeigt sich der Trend zu größeren Zimmern – nicht nur in der Freizeithotellerie, sondern selbst in Städten. „Wir wollen, dass sich unsere Gäste wie zu Hause fühlen“, erklärt Kirsten Herrmann das Konzept. Drei Räume mit Verbindungstür wurden extra für Familien geschaffen. Dazu kommen vier als „Quartier“ bezeichnete Apartments von 50 bis 60 und die Kayers´s Suite mit 103 Quadratmetern. Auch Business lässt sich hier mit privatem Vergnügen verbinden: Für Tagungen steht die Captain´s Lounge als Seminartrakt auf zwei Etagen zur Verfügung.

 

Hyggeliges Ambiente zum Wohlfühlen 

 

Maritimes Flair dominiert die Möblierung in den äußerst großzügigen Zimmern. Meine Suite Nr. 204 mit Panoramablick auf die Förde misst über 30 Quadratmeter – ein Tanzsaal mit Kingsize-Bett und Ensuite-Duschbad. Massive Holzböden und Steinfliesen (im Bad), das schnörkellose, dabei gemütliche Ambiente – ein hyggeliger Mix aus mediterranen und skandinavischen Möbeln aus Naturmaterialien wie Holz, Stahl und Glas – geben dem Raum eine gesunde Frische – wie die Brise, die gerade vom offenen Meer durch das Fenster weht. Um einen individuellen Look zu erzeugen, wurden in den Zimmern und den öffentlichen Bereichen viele Möbel maßgefertigt.

 

Wir machen uns nach kurzer Ruhepause auf zum Stadtrundgang. Meine Freundinnen zieht es zur Rumverkostung in das traditionsreiche Rumhaus Johannsen, ich hingegen will shoppen. Die Innenstadt beginnt direkt hinter dem Hotel – und bezaubert mich auf Anhieb. Vor allem die Rote Straße in der südlichen Altstadt mit ihren versteckten ehemaligen Kaufmanns- und Handwerkerhöfen ist berühmt für ihre vielen inhabergeführten Shops: Mode, Schmuck, Kunst, Handwerk und Kulinarik treffen hier in ungewohnter Dichte auf einander – in Zeiten uniformer Ketten ein fast nostalgisches Einkaufs-Erlebnis. Ich kaufe zwei Sommerkleider, denn an diesem Wochenende herrschen Rekordtemperaturen von über 30 Grad.

 

Vor dem Dinner treffe ich meine mit Rumflaschen schwer beladene Crew auf einen Aperitif im gepflasterten Hinterhof des Hotels. Nach der Rumverkostung hatten sie noch die Werft von Oliver Berking besucht. Der Besitzer der Silbermanufaktur Robbe & Berking hat mit Robbe & Berking Classics nicht nur eine Werft für die Aufarbeitung legendärer Rennyachten – den so genannten „12ern“ geschaffen, sondern zugleich ein Holzbootzentrum mit eigener Gastronomie, Bibliothek und Veranstaltungskapazitäten, das jährlich über 100.000 Besucher anlockt. Fans historischer Rennyachten, zu denen ich leider nicht gehöre,  hätten damit ein weiteres Highlight in fußläufiger Entfernung.

 

Um 20 Uhr erwartet uns Küchenchef Daniel Ockert im hoteleigenen Restaurant Columbus. Der Raum wirkt gemütlich dank viel Holz, Leder und Naturstoffen, gleichzeitig aber etwas überdekoriert durch allem durch die Lampenorgie an der Decke. Aber das tut dem Wohlgefühl keinen Abbruch. Ockert, gebürtiger Greifswalder – hat zur Feier des Tages ein Rum-Menü kreiert. Was da bei mir als mit Rum veredelter Fisch – ob getränkt, mariniert oder flambiert – im Einzelnen auf dem Teller lag, kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur: es war köstlich.

 

Sportliche Aktivitäten rund um die Förde

 

Der nächste Tag steht im Zeichen des Sports. Wir erkunden die Umgebung mit dem Fahrrad. Nach wenigen Kilometern durch herrliche Wälder sind wir an der Grenze zu Dänemark in Gestalt einer malerischen Brücke mit Blick auf einen kleinen Yachthafen und die Förde. „Bald gibt es eine Fährverbindung, dann können wir eine Rundtour um die Förde anbieten“, schwärmt unser Guide. Insgesamt stünden 200 Kilometer Rad- und Wanderwege rund um Flensburg für Tagesausflüge zur Verfügung. Doch auch so ist der Trip anstrengend genug. Wir haben nicht mit den zahlreichen Steigungen und Schotterpisten im Waldgelände gerechnet. Auf einem Trekking- oder Mountainbike hätten wir uns sicherer gefühlt als auf den Leihrädern des Hotels. Wer also zum Radfahren kommt, sollte sich hier entsprechend wappnen. Doch die Landschaft, die an uns vorüberfliegt, geprägt von sattem Grün, Wäldern, viel Wasser und Meeresluft, ist wie eine Heilkur für Kopf und Seele. 

 

Davon profitieren auch andere Aktivurlauber. Das Segelrevier der Flensburger Förde gilt als eines der schönsten Europas, der Förde-Golf-Club Glücksburg mit seinem 18-Loch-Golfplatz ist nur wenige Kilometer entfernt. Nach der Tour geht es in den kleinen, aber feinen Spa-Bereich. Ein köstlich duftendes Rum-Peeling (was sonst), gefolgt von einer kurzen Massage und ein Saunagang bringen die verspannten Muskeln wieder in Bewegung. Wer schon morgens etwas für seine Fitness tun will, kann auf einem Stepper oder Laufband trainieren oder auf einer Matte seine Morgengymnastik absolvieren. Ein Wochenende hier ist gut und schön – aber lange nicht genug, um das Hotel, die Stadt und ihre Umgebung in allen Facetten zu erfassen und zu genießen. Wir kommen sicher bald wieder.

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