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Fr. 04.09.2020, Isabella F.

Hofgut Hafnerleiten, Bad Birnbach

Naturrefugium deluxe

 

Von einem langen Sommer voller Ungewissheit haben wir im Hofgut Hafnerleiten Abschied genommen. Das Hofgut, nahe dem niederbayerischen Dörfchen Bad Birnbach, war der perfekte Ort dafür. Die Sonne weckte uns morgens und ging abends grandios hinter den Rottaler Hügeln unter, während wir uns auf der Terrasse der Teichsuite die selbstgemachte Pasta von Hausherrn Erwin Rückerl schmecken ließen. Ein gelungenes Sommer-Finale.

 

Es ist Ende August und der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Die Corona-Zahlen steigen wieder. Statt ins Ausland zu reisen, entdecken wir die Heimat. Unsere Fahrt von München führt vorbei an Feldern, auf denen Pferde und Kühe grasen, vorbei an Bauernhöfen, wir überholen Traktoren, passieren das kleine Örtchen Bad Birnbach und fahren die Landstraße etwa zehn Minuten weiter, dann sind wir da in Anja Horn-Rückerls und Erwin Rückerls Reich – dem Hofgut Hafnerleiten. Durch ein kleines Holztor betreten wird den Innenhof mit den schattenspendenden Bäumen, der offenen Feuerstelle in der Mitte, im Hintergrund die Hügel und grünen Felder des Rottals – und haben das Gefühl, mitten in der Toskana zu sein. Alles wirkt so mediterran hier. Anja bringt uns zur Begrüßung Cappuccino und lauwarmen Zwetschgenkuchen mit Sahne. Toskana meets Niederbayern.

 

Hausherr Erwin Rückerl, passionierter Koch, hat nach vielen Stationen in Deutschland einige Zeit in Sardinien an der Costa Smeralda gekocht. Hier reifte die Idee für sein Hofgut Hafnerleiten, einem mediterranen Ort der Lebensfreude, wird er mir später am Abend beim Apero erzählen. „Die mediterrane Leichtigkeit wollte ich nach Hause holen.“ Das ist ihm mit dem Hofgut Hafnerleiten gelungen. Hier fühlt man sich nicht wie in einem Hotel, sondern eher wie auf einem toskanischen Landgut. Alles ist so familiär, persönlich, locker.

 

Ein Haus am See

 

1999 eröffnete das Hofgut Hafnerleiten. Ursprünglich die erste Kochschule Niederbayerns, verwandelte sich das Hofgut Hafnerleiten über die Jahre hinweg in einen idyllischen Rückzugsort für Natur- und Architekturliebhaber. Zehn Häuschen und zwei Suiten gibt es, verteilt über das ganze Hofgut. Das Boots-, Wiesen-, Wasser-, Terrassen-, Hang-, Garten- und Baumhaus liegen ihren Namen entsprechend entweder direkt am Badeteich, auf der Wiese, am Feld oder im Wald und bieten auf 45 Quadratmetern Wohnfläche eine Teeküche, einen offenen Kamin, einen offenen Wohn- und Schlafraum sowie eine große Terrasse. Etwas größer sind die drei Rottaler Langhäuser – das Haus am See, das Haus am Feld und das Haus am Wald – mit jeweils 80 Quadratmetern und eigenen Infrarotkabinen und Kuschelkojen. Alles aus vielen natürlichen Materialien und heimischen Hölzern gestaltet, mit Lehmputz und teilweise begrünten Dächern. Harmonisch schmiegen sich die puristisch gestalteten Häuschen in die umliegende Landschaft ein.

 

Leider ist unser Favorit, das Bootshaus, während unseres Aufenthaltes schon belegt. Unsere Teichsuite ist jedoch ebenfalls sehr idyllisch, direkt an einem Goldfischteich gelegen und mit einer großen Sonnenterrasse. Helle Farben, Hölzer, große Fenster und das bequeme Doppelbett sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Von unserer freistehenden, beleuchteten Badewanne blicken wir auf die umgebende Landschaft. Und der Sonnenuntergang abends ist grandios.

 

Einen Fernseher gibt es hier nicht, auch WLAN ist nur im Haupthaus verfügbar. Teil des Konzeptes, denn im Hofgut Hafnerleiten soll man zur Ruhe kommen, abschalten – offline und fernab von Hektik und Stress des Alltags. Mein Handy dient also in den nächsten Tagen nur noch als Uhr, stattdessen lese ich endlich das Buch, das ich schon seit Wochen daheim auf dem Nachttisch liegen habe. Plätze zum Schmökern und Verweilen gibt es im Hofgut Hafnerleiten viele: auf unserer Sonnenterrasse, im Garten, unter den Obstbäumen. Mein Lieblingsort ist der Badeteich, den man über das Saunahaus erreicht. Ich schwimme einige Runden und döse danach auf dem Holzfloß in der Sonne. Nichts und niemand kann meine Ruhe hier stören. Es ist früh am Morgen und die anderen Gäste schlafen noch, nur vor dem Wiesenhaus macht eine Dame Yogaübungen. Um neun Uhr wird unser Frühstück in einem Korb vor unsere Suite serviert. Am Tag davor sagt man, was man gerne möchte. Rührei, Obstsalat, frische Brötchen, hausgemachte Marmelade, Croissants, Orangensaft. Die liebevoll in Weckgläsern angerichteten Köstlichkeiten genießen wir auf unserer Terrasse.

 

Gemeinsamer Apero im Innenhof

 

Auch das Abendessen wird uns Corona-bedingt in die Suite gebracht. Normalerweise dinieren alle Hausgäste gemeinsam an einer langen Tafel im Innenhof. Aber was ist schon normal in diesen Zeiten? Ein kleines Get-together gibt es trotz Corona: So treffen wir uns mit den anderen Gästen vor dem Essen zu einem Apero – mit Sicherheitsabstand. Danach bekommen wir Vor- und Nachspeise in einem Korb zum Mitnehmen, der Hauptgang wird uns später frisch auf die Terrasse gebracht. Erwin Rückerls Begeisterung für das Mediterrane spiegelt sich in den Gerichten wider: keine schweren Soßen und Fleischgerichte, alles leicht, frisch, mit vielen saisonalen Zutaten. Zur Vorspeise gibt es an unserem ersten Tag Rote Beete mit Ziegenkäse, danach selbst gemachte Pasta mit Ente – perfekt auf den Punkt gegart. Danach eine Mousse au Chocolat mit roten Beeren. Am anderen Tag freuen wir uns über eine Gazpacho zur Vorspeise, ein wunderbar cremiges Risotto mit Kalb zum Hauptgang und ein Tiramisu zum krönenden Abschluss. Wenige Zutaten, perfekt aufeinander abgestimmt.

 

Ab diesem Herbst will Erwin Rückerl seinen Gästen auch wieder Kochkurse mit Fokus auf mediterranen Gerichten anbieten, erzählt er mir. Dabei lehrt er den Teilnehmern nicht nur, welche Nudel am besten zu welcher Sauce passt, und wie Fisch filetiert wird, sondern auch alles über die verschiedenen Garmethoden und den passenden Wein. Wenn man sich mit Erwin Rückerl unterhält, merkt man, wie gerne er über das Kochen philosophiert und dass es seine ganz große Leidenschaft ist.

 

An unserem letzten Tag kippt das Wetter, bei unserer Abreise ist der Himmel wolkenverhangen, es windet herbstlich. Adieu, Sommer, adieu, Hofgut Hafnerleiten. Aber: Ich habe mir sagen lassen, dass es hier im Winter ganz besonders reizvoll sein soll. Wenn es draußen stürmt und schneit und man in seinem Häuschen vor dem offenen Kamin liegt und sein Refugium nur kurz verlässt, um morgens das Frühstückskörbchen herein zu holen. Also kein Abschied für immer.