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Fr. 08.05.2020, Karin Z.

Das Freiberg, Oberstdorf

Romantikhotel Freiberg 

 

Wer individuelle Boutique-Hotels mag, überragend essen möchte und Natur pur genießen will, der sollte unbedingt das Romantikhotel Freiberg in Oberstdorf im Allgäu besuchen. Hier wird der traditionelle Alpenchic neu interpretiert und mit unkonventionellen Ideen frischer Wind in die dortige Hotelszene gebracht. 

 

Von dem landwirtschaftlichen Anwesen mit Viehstall, wie es 1911 erbaut wurde, ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Das umtriebige Gastgeber-Ehepaar Margret und ‚Luggi‘ Bolkart-Fetz erfüllte sich 1992 mit dem Restaurant Maximilian einen Traum. Im Lauf der Jahre kamen das Hotel, eine Art Tapas-Bar, ein Café, ein Gourmetwirtshaus – und ein Michelin-Stern für das Maximilian dazu.

 

Cooler Break zwischen Tradition und Moderne

 

Das 4-Sterne-Superior-Haus mit seinen 27 Zimmern und Suiten und einem Chalet liegt am Fuß des Nebelhorns in den Allgäuer Alpen. Auf den ersten Blick fügt es sich nahtlos in seine Umgebung ein, mit seinen Holzbalkonen und den Blumenkästen mit knallroten Geranien. Wäre da nicht der Neubau mit großzügigen Glasfronten, dessen Vordach sich auf Baumstämme aus hellem Holz stützt - ein cooler Break zwischen Tradition und Moderne.

 

Im Innenbereich ist die Allgäuer Stilrichtung allenfalls noch an den Deckenbalken zu erkennen und die Baumstämme von außen werden sparsam als natürliche Akzente eingesetzt. Neben der Lobby, im sog. Wintergarten, lädt eine lichtdurchflutete Sitzecke m Urban-Jungle-Style zum gemütlichen Chillen ein. Durch die großen Glasfenster gegenüber, die einen Blick in die Küche gewähren, beobachte ich das Küchenpersonal beim Vorbereiten der abendlichen Speisen – faszinierend, wie klein man Ananasstückchen schneiden kann.  

 

Im Freiberg herrscht eine lässige, fröhliche Stimmung, die sich im Interieur der Zimmer widerspiegelt: Individuell, bunt und luxuriös ist die Devise. Mit originellen Statement-Tapeten und Akzenten aus der Allgäuer Design-Vergangenheit des Hauses entsteht hier ein spannender Kontrast. Die Einrichtung besteht aus Einzelstücken, die Margret Bolkart-Fetz mit viel Liebe persönlich ausgesucht hat: Neben dem handbemalten Bauernschrank steht Marcel Breuers Wassily-Sessel – Bauhaus trifft Bauernhaus. 

Besonders freue ich mich über die Dachterrasse, die zu meinem Zimmer gehört: Hier genieße ich den freien Blick auf Wiesen, Wälder und das Alpenmassiv. Der senfgelbe Schaukelstuhl im Zimmer und das wirklich extrem bequeme Bett sind perfekt, um nach einer langen Wanderung zu relaxen. 

Doch Entspannung findet man hier nicht nur im Zimmer: Zum kleinen und modern gestalteten Spa-Bereich gehören eine Finnische und eine Bio-Sauna, ein beheizter Outdoor-Pool und ein solides Repertoire an Massagen und Kosmetik-Behandlungen mit Produkten von Dr. Boos Natur Cosmetic.

 

Ein Paradies für Foodies

 

Für Foodies wird hier einiges geboten. Angefangen mit dem morgendlichen Genießer-Frühstück, das in der Stube detailverliebt angerichtet wird. Mit den Basics wird man am Tisch bedient – am Buffet kann man sich zusätzlich noch feine Kleinigkeiten aussuchen: selbstgemachte Aufstriche, Bio-Gebäck, unterschiedliche Müslis, frisches Obst, leckere Salatvariationen und sogar kleine Weißwürste mit Brezen. Alle Zutaten stammen von regionalen Anbietern und das schmeckt man auch. 

Die Stube war früher übrigens das Wohnzimmer der Familie Fetz. Hier wurde gemeinsam gefeiert und geratscht. Heute erinnert an das urige Allgäuer Wohnzimmer von damals nicht mehr viel. Ob der Oma wohl die hippe Statement-Tapete mit den riesigen Rosen gefallen hätte?

 

Abends hat man kulinarisch die Qual der Wahl: Ein 4-Gänge Gourmet-Menü, das ebenfalls in der gemütlichen Stube serviert wird, Sterne-Kreationen im Maximilians, raffinierte Tapas im modern gestylten Fetzwerk oder ‚brutal lokale‘ Küche im Jagdhaus. 

Ich kann alle vier empfehlen!

 

Der südlichste Michelin-Stern Deutschlands 

 

Im Maximilians, dem Aushängeschild der Fetz'schen Gastronomie, zaubert Küchenchef Tobias Eisele verführerische Menüs, die die Gäste bei schönem Wetter auch im Champagnergarten genießen können. Mein vegetarisches Intermezzo von Artischocke, Spinat, Eigelb und weißem Trüffel ist genial – genauso wie das Hirschkalb aus heimischer Jagd mit Schwarzwurzel, Kohlsprossen und Holunder.  

Aber nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch sind die Kreationen von Tobias Eisele beeindruckend: Mit den stark kontrastierenden Farben und geometrischen Elementen ähneln seine Teller kleinen Kunstwerken. 

 

Im Fetzwerk dagegen geht es lässiger zu – unter dem Motto „hin und weck“ werden die Gerichte im Weckglas in Tapas-Größe kredenzt. So kann man sich zu zweit problemlos durchprobieren. (Die Fischpflanzerl aus Edelfisch und Krustentieren mit Roter Bete und Grünkern sind sensationell!)

Die luftige, moderne Einrichtung würde ich mit „Allgäu trifft Urban“ beschreiben.

Witziges Detail: An der Decke hängen überlebensgroße schwarz-weiß Fotografien, die Max Bolkart, den Vater der Gastgeberin, beim Skispringen zeigen. Neben zahlreichen Auszeichnungen wurde er 1959/60 auch Gesamtsieger der Vierschanzentournee in Oberstdorf. 

 

Und dann wäre da noch das Jagdhaus, nur wenige Minuten Fußweg vom Freiberg entfernt.

Ursprünglich diente das denkmalgeschützte Gebäude dem Prinzregenten Luitpold von Bayern als Sommerdomizil für seine Jagdausflüge. Von seinem urigen Charme ist dem Jagdhaus im Lauf seiner langen Geschichte nichts abhandengekommen, und so lässt es sich bei traditionellen Speisen innen im Gastraum wie außen im Biergarten ganz wunderbar dem bayerischen Savoir-Vivre frönen.

In der Küche steht Freiberg-Chef Ludger Fetz höchstpersönlich und kocht mit viel handwerklichem Können „brutal lokal“. Konsequent verwendet er ausschließlich Produkte, die ihren Ursprung in der Region haben: kein Pfeffer, keine Vanille, keine Zitronen. 

 

Die Natur direkt vor der Haustür

 

Nach so viel Schlemmerei, muss ich mich bewegen. Die Lage des Hotels direkt am Ortsrand ist ideal: Vor der Haustür erstrecken sich weitläufige Wiesen, über die man zu zahlreichen Wandertouren gelangt. 

Empfehlenswert ist die kleine Tour vorbei an den Loretto Kapellen hinauf zum Moorweiher, einem kleinen idyllisch gelegenen Naturweiher – übrigens einer der Geheim-Tipps von Frau Bolkart-Fetz.

Etwas anspruchsvoller und länger ist die Wanderung zum Freibergsee, dafür werde ich mit einem atemberaubenden Blick auf den im Sonnenlicht glitzernden Bergsee belohnt. Über den Wipfeln der umliegenden Bäume thront architektonisch imposant die Heini-Klopfer-Skiflugschanze, eine der größten Schanzen der Welt. Die Ruhe hier oben ist traumhaft. Bei meinem Rundgang um den See begegne ich gerade mal einem Fischer, der nach getaner Arbeit seinen Fang verstaut.

 

Zufrieden und glücklich kehre ich nach viereinhalb Stunden Fußmarsch ins Freiberg zurück und freue mich auf ein paar entspannte Saunagänge. Der beheizte Outdoor-Pool bietet zwar nicht die Après-Sauna-Abkühlung, dafür aber einen unglaublichen Blick auf das rötlich schimmernde Alpenmassiv in der untergehenden Abendsonne.

Was für ein herrlicher Moment!

Mehr Infos:

Zum Das Freiberg