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Das Boutique-Hotel Träumerei liegt direkt am Inn.
Die Zimmer sind nach Städtenamen kreiert...
... und indviduell gestaltet.
Überall finden sich liebevolle Details.
Afrikanische Kunstwerke
Die Boxspringbetten sind sehr bequem.
Zum Restaurant, dem berühmten Auracher Löchl, muss man nur die kleine Gasse überqueren.
Das Auracher Löchl ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
In urigem Ambietente...
... Das Au... werden neben Tiroler Spezialitäten sehr leckere Dry Aged Beef Steaks serviert.
Ein Muss ist danach ein Besuch in der Hotelbar Stollen 1930 mit der größten Gin-Bar der Welt.
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Fr. 21.04.2017, Udo S.

Boutique-Hotel Träumerei #8, Kufstein

Für Genießer

 

Wie oft habe ich schon auf der Inntalautobahn die deutsch-österreichische Grenze überquert und dabei das Städtchen Kufstein sprichwörtlich links liegengelassen. Lediglich die imposante Festung inmitten der 20.000 Einwohner zählenden Stadt habe ich im Vorbeifahren wahrgenommen – und mir immer wieder vorgenommen, ihr einen Besuch abzustatten. Endlich ist es soweit: Ich habe eine Nacht mit Halbpension im erst 2016 renovierten 4-Sterne-Boutique-Hotel Träumerei im Herzen von Kufstein gebucht.

 

Hier, inmitten der bezaubernden Altstadt unterhalb der majestätischen Festung Kufstein, komme ich mir im Nachhinein betrachtet ein wenig ignorant vor, da ich dem Ort so viele Jahre aus dem Weg gegangen bin. Doch jetzt wird alles gut: Nachdem ich mein Auto in der nahegelegenen Tiefgarage geparkt habe – das Hotel selbst hat sieben Außenparkplätze nur 200 Meter entfernt – beziehe ich mein Zimmer „Hamburg“ mit direkter Aussicht auf den Inn. Mit dem offenen Bad wirkt es wie ein gemütliches Appartement und ich könnte mir auch einen mehrwöchigen Aufenthalt darin vorstellen. Obwohl ich mehr der Duschtyp bin – in meiner eigenen  Wohnung besitze ich nicht einmal eine Badewanne – lockt mich die schicke Wanne mit Blick auf den Inn und den dahinter liegenden Hausberg Pendling.

 

Bis zum Abendessen habe ich noch eine Stunde Zeit und mein Skitag im nahegelegen Söll war anstrengend. Während ich das Wasser einlaufen lasse, inspiziere ich mein Zimmer. Es riecht angenehm nach Massivholz. Überall sind Accessoires verteilt, die an das Meer und die Hafenstadt Hamburg erinnern sollen.

 

Ich wundere mich über das etwas langweilige Hamburg-Poster gegenüber meinem Bett. Am nächsten Tag erfahre ich, dass sich dort der Fernseher verborgen hat. Macht nichts, fernsehen kann ich auch zu Hause. Zur Unterhaltung nutze ich dafür ein musikalisches Abspielgerät, das mit bunten Knöpfen wie ein Kinderradio aussieht und in die Holzlisene neben dem Bett eingelassen ist. Eine darin enthaltene SD-Karte sorgt für über 4.000 Lieder in unterschiedlichen Musikrichtungen.

 

Himmlischer Schlafkomfort

 

Apropos Bett: Das Qualitäts-Boxspringbett hält, was es verspricht. Über mangelnden Schlafkomfort kann ich später nicht klagen. Zum Glück muss man, einmal im Bett, zumindest für den Lichtschalter nicht mehr aufstehen. Alle Funktionen lassen sich über eine Fernbedienung steuern. Etwas verwundert entdecke ich auf der separaten Toilette eine weitere Fernbedienung, die in Sitzhöhe angebracht ist. Ich drücke auf die Funktionsknöpfe, aber nichts passiert, und so entschließe ich mich der Bedeutung später auf den Grund zu gehen. Doch jetzt wartet erst einmal das Badewasser auf mich und ich genieße mein privates Wellnessprogramm – auf einen eigenen Spa-Bereich hat die Träumerei aus Platzgründen verzichtet. 

 

Als nächstes steht das Abendessen auf dem Programm. Zum Restaurant, dem berühmten Auracher Löchl, muss ich nur die kleine Gasse überqueren. Dort angekommen, begrüßt mich Martin Gasteiger, der sich selbst als denjenigen bezeichnet, der auf das Haus aufpasst und dafür sorgt, das alles läuft. Einen besonderen Titel hat er dafür nicht. Macht aber nichts. Der Martin weiß alles und kennt jedes Detail im Haus. Er verrät mir, dass das  Vorgängerhotel ein ziemlich langweiliges Landhotel im Fichtenstil gewesen sein soll, bis sich die Wirtsfamilie Hirschhuber im letzten März für einen radikalen Neuanfang entschied. Innerhalb von sieben Wochen wurde das komplette Interieur herausgerissen und durch eine Neugestaltung ersetzt. Allein beim Abriss seien rund 100 Personen gleichzeitig beschäftigt gewesen, versichert mir Martin auf meinen erstaunten Blick. Alles Freunde und Angestellte. Anschließend rückten die professionellen Handwerker an und verzauberten das Hotel in die heutige Träumerei.  Geplant wurden für den Kraftakt allerdings zwei Jahre. Rund zwei Millionen kostete das gesamte Projekt.  „Wir wollten etwas einzigartiges Schaffen“, so Martin. Eine eigene Innenarchitektin lenkte das kreative Chaos in geordnete Bahnen und verteilte die in ganz Europa gesammelten Accessoires auf die einzelnen Zimmer.

 

Ein eigener Whirlpool für Verliebte

 

Und die Gäste wissen es zu schätzen: Ein Blick auf die Bewertungsportale verrät besonders bei Pärchen eine hohe Zufriedenheit. Für besonders romantische Liebespaare hält das Hotel ein sogenanntes Brückenzimmer bereit. Es befindet sich in dem Übergang zwischen den beiden Gebäuden und beherbergt einen Whirlpool unter dem Bett sowie ein Fünf-Gänge-Menü in absoluter Privatsphäre. Wenn man den Pool genießen möchte, muss man nur auf Knopfdruck das Bett nach oben fahren – und umgekehrt.

 

Nachdem ich mein exzellentes Dry-Aged-Beef-Steak vom 800 Grad heißen Josper Holzkohlegrill genossen habe – im Auracher Löchl hat man bereits vor der großen Steak-Welle auf das aufwendig zubereitete Fleisch gesetzt – fällt mir plötzlich wieder meine rätselhafte Fernbedienung auf der Toilette ein. Martin muss lachen und erklärt ganz trocken: Das ist die Po-Spülung! Was in Japan inzwischen zum absoluten Muss in der Hotellerie zählt und als sogenanntes Washlet in allen Varianten angeboten wird, steckt in Europa noch in den Kinderschuhen. In der Träumerei habe man sich bewusst für dieses kostspielige Extra entschieden, weil man den Gästen den höchsten Komfort bieten möchte, erklärt mir Martin und ergänzt lachend: „Die Fernbedienung funktioniert übrigens nur bei Kontakt mit der Toilettenbrille.“ Damit soll ein versehentliches Auslösen der Spitzdüse verhindert werden. Da habe ich noch einmal Glück gehabt.  

 

Nach dem vorzüglichen Drei-Gänge-Menü, zu dem das Auracher Löchl auch eine gut sortierte Weinsammlung aus dem eigenen Keller bereithält, begebe ich mich ebenfalls in den Untergrund. Ich will mir noch das hoteleigene Gin-Museum ansehen, das am Abend einen normalen Barbetrieb hat. Der sogenannte „Stollen 1930“  ist die eigentliche Geburtsstätte des Auracher Löchl. Vor 600 Jahren wurden hier die Eisblöcke für das Bier gelagert, später kamen Weinfässer hinzu. Das Hotel wurde dagegen erst 1920 in Betrieb genommen.

 

Hotelbar Stollen 1930 mit der größten Gin-Bar der Welt

 

Das Guinness-Buch der Rekorde listet die Hotelbar Stollen 1930 als die größte Gin-Bar der Welt. Die Unterkunft befindet sich derzeit auch im Rennen für einen weiteren Weltrekord-Eintrag, diesmal mit dem kleinsten Brückenrestaurant der Welt. Der winzige Essbereich für zwei Personen über der Altstadt auf einer Brücke, die Hotel und Restaurant verbindet, ist das Gegenstück zum Brückenzimmer.

 

Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Gin Tonic ich mir aus den unzähligen Varianten als Schlaftrunk mischen lassen soll. Neben hunderten von Ginsorten aus aller Welt gleicht nämlich längst nicht jedes Tonicgetränk dem anderen, wie mich der freundliche Barkeeper aufklärt.  Ich verlasse mich auf seine Hausempfehlung und fahre bestens damit.

 

Sollte ich wieder einmal wieder an Kufstein vorbei kommen, ist ein Bar-Stopp im Stollen 1930 ein Pflichttermin. Und sollten aus dem einen Gin Tonic dann zwei oder drei werden – die Träumerei liegt gleich gegenüber.  

Mehr Infos:

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